Gemeinsam wachsen statt Grenzen ziehen
Mehr als 150 Landwirtinnen und Landwirte aus Salzburg und Bayern folgten der Einladung und nutzten die Veranstaltung zum fachlichen Austausch sowie zur grenzüberschreitenden Vernetzung.
Der Klimawandel verändert die Nutzung und den Jahresablauf
Die Fachreferenten waren sich einig, dass Wetterextreme und längere Trockenphasen im Sommer künftig häufiger auftreten werden. Gleichzeitig verlängert sich die Vegetationsperiode, wodurch sich die Erntefenster zunehmend von April bis in den Herbst hinein erstrecken. Um die Erträge und Qualitäten unter diesen Bedingungen abzusichern, gewinnt die frühzeitige Nutzung von Grünland an Bedeutung.
Rupert Quehenberger, Präsident der Landwirtschaftskammer Salzburg:
Entscheidend sei dabei, den optimalen Nutzungszeitpunkt nicht nach dem Kalender, sondern nach dem Entwicklungsstadium des Bestandes zu wählen. Insbesondere im Frühjahr können durch eine rechtzeitige Nutzung hohe Energie- und Eiweißgehalte geerntet werden. Gleichzeitig sind Anpassungen im Grünland notwendig. Gezielte Nach- und Neuansaaten trockenheitstoleranter Arten sowie eine an die Bestandsentwicklung angepasste Bewirtschaftung tragen dazu bei, die Widerstandsfähigkeit gegenüber längeren Trockenphasen nachhaltig zu erhöhen.
Grünland fit für die Zukunft machen
Neben einer angepassten Sortenwahl wird auch der Feldfutterbau künftig an Bedeutung gewinnen. Gleichzeitig ist ein gesunder Boden die Grundlage für erfolgreiche Nachsaaten und stabile Erträge. Eine wichtige Rolle spiele dabei die ausreichende Kalkversorgung, die zur Verbesserung des pH-Wertes und der Bodenfruchtbarkeit beiträgt.
Wissen teilen, Zukunft gestalten
Der erste salzburgisch-bayerische Grünland- und Weidetag machte deutlich, wie wertvoll die Zusammenarbeit zwischen Salzburg und Bayern ist. Die fachlichen Herausforderungen sind nahezu identisch, die Lösungsansätze profitieren vom gemeinsamen Erfahrungsschatz beider Regionen.
Die Landwirtschaftskammer Salzburg und der Bayerische Bauernverband ziehen daher eine positive Bilanz. Die große Teilnehmerzahl und das rege Interesse an Diskussion und Austausch zeigen, dass grenzüberschreitende Vernetzung in der Landwirtschaft wichtiger denn je ist. Denn wenn es um die Zukunft von Grünland und Weidewirtschaft geht, verbindet die Landwirte auf beiden Seiten der Saalach weit mehr, als sie trennt.
Downloads zum Thema
- PM Grünlandtag PDF 105,82 kB
- Grünlandtag 1 JPG 1,03 MBHauptorganisator Grünlandreferent Matthias Greisberger (LK), Maximilian Hirscher und Michael Ebner (MR), Dominik Gruber (Bodenkalk), Maschinenführer Matthias Hauthaler und Grünlandexperte Walter Starz (HBLFA Raumberg-Gumpenstein).
- Grünlandtag 2 JPG 1,29 MBVon Technik bis hin zu Bestandesführung: Im Vordergrund referiert Fachexperte Edmund Leisen. Im Hintergrund werden Nachsaattechniken vorgestellt
- Grünlandtag 3 JPG 656,85 kBSteffen Rubach (GF Euregio), Tierzuchtdirektor Bruno Deutinger, Christine Schwarzenberger (Heumilch), Edmund Leisen (ehem. LK NRW), Tanja Sigl (Bayr. Bauernverband), Matthias Greisberger (Hauptorganisator), Direktorin Walburga Kaiser, Florian Scharf (AELF Abensberg-Landshut), Tobias Fegg (AELF Traunstein) und Michael Schmidhuber (BBK-Obmann).
- Grünlandtag 4 JPG 2,19 MBKalkdüngung, Vortragender Dominik Gruber, Fa. Bodenkalk: Der Bestand und die Nachsaaten entfalten ihr Potenzial nur, wenn der Boden gesund ist. Entscheidend dafür ist Kalk, der unter anderem den pH-Wert anhebt. Zudem verbessert Kalzium die Bodenstruktur und unterstützt das Bodenleben.
- Grünlandtag 5 JPG 489,62 kBBei den Maschinenvorführungen des Maschinenrings Salzburg wurde das Saatgut mittels Nachsaatstriegel ausgebracht und anschließend mit einer Cambridgewalze angedrückt. Der verbesserte Bodenschluss fördert die Keimung und unterstützt eine rasche Bestandesetablierung.