Frühjahrsnachsaat – was gilt es zu beachten - Übers Feld g´redt
Lücken aus dem Winter entstehen häufig durch Mäusefraß. Milde Witterung und geschlossene Schneedecken fördern Mäuse, während längere Kahlfrostphasen ihnen zusetzen. Erste Rückmeldungen deuten darauf hin, dass die tiefen Temperaturen im Jänner die Populationen teilweise schon, aber nicht überall reduziert haben. Eine Beurteilung lässt sich etwa eine Woche nach dem Abschleppen vornehmen, wenn sich einschätzen lässt, ob es neue Erdauswürfe gibt. Lücken müssen durch Nachsaat geschlossen werden, da sie ansonsten rasch von kriechenden Arten wie Gemeiner Rispe, Kriechendem Hahnenfuß oder Gundelrebe besetzt werden. Im Frühjahr ist die Bodenfeuchte meist günstig und die Gefahr der Austrocknung geringer als später. Spätfröste bleiben dennoch ein Unsicherheitsfaktor, wobei kurze, leichte Morgenfröste weniger problematisch sind, sondern vielmehr ausgeprägte Kälteeinbrüche mit tieferen Temperaturen, bei denen die oberste Bodenschicht leicht auffrieren kann und junge Keimwurzeln geschädigt oder abgerissen werden. Zudem kann die wüchsige Grasnarbe im Frühjahr Keimlinge rasch überwachsen. Bei Sanierungsmaßnahmen ist demnach ein früher (Schröpf-)Schnitt oder zeitiges Beweiden wichtig, um Licht für die Keimlinge zu schaffen.