Flut an Anträgen forderte die Vollversammlung
Mit unserem Besuch wollen wir unterstreichen, dass die HBLA Ursprung neben den vier Fachschulen eine ganz wesentliche Bildungseinrichtung für unsere bäuerlichen Familien im Land Salzburg ist. Wir begrüßen die nun geplanten baulichen Erneuerungen und freuen uns, dass die Schule neue Impulse erhält“, so LK-Präsident Rupert Quehenberger bei der Begrüßung.
In seinem Bericht ging er auf aktuelle Marktlagen bei den wichtigsten landwirtschaftlichen Produkten ein. Vor allem im Milchbereich gibt es die Hoffnung, dass die Talsohle erreicht ist. Quehenberger gab auch ein kurzes Update im Prozess um den ehemaligen Kammeramtsdirektor und eine Mitarbeiterin. Für die LK hat sich an der Faktenlage nichts verändert, im Budget wurde Vorsorge für die Prozesskosten getroffen.
Insgesamt fünf Anträgen wurde die Dringlichkeit durch die Vollversammlung zuerkannt
- Der Salzburger Bauernbund fordert, dass für eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung für Lebensmittel in Gastronomie, Hotellerie und Handel schon jetzt die rechtlichen und technischen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Es brauche eine einheitliche, durchgängige und EDV-verarbeitbare Kennzeichnung der Herkunft der Rohstoffe. Dabei soll entlang der gesamten Wertschöpfungskette auch nachvollziehbar sein, in welcher Gesamtregion die einzelnen Verarbeitungsschritte erfolgt sind.
- In einem weiteren dringlichen Antrag des Bauernbundes wird der Präsident aufgefordert, sich bei den zuständigen Stellen dafür einzusetzen, dass durch die Installation einer vollautomatischen Schnittstelle zwischen der eAMA und SZ-Online die Meldewege für Schafe und Ziegen für die Bäuerinnen und Bauern deutlich vereinfacht werden. Für die kommende GAP-Periode soll ein einfacherer Meldeweg für die Schaf- und Ziegenhalter gefunden werden.
- In einem dritten dringlichen Antrag fordert der Bauernbund, dass Almauf- und -abtriebe von Equiden in die bestehende 90-Tage-Regelung aufgenommen werden sollen. Konkret soll vorgesehen werden, dass bei Almaufenthalten von höchstens 90 Tagen keine zusätzlichen Abgangs- und Zugangsmeldungen im Verbrauchergesundheitsinformationssystem (VIS) vom Tierbesitzer sowie Almobmann erforderlich sind.
- Die Freiheitliche Bauernschaft fordert in einem dringlichen Antrag, dass das Mercosur-Abkommen nicht ohne Überprüfung durch den EuGH und abschließende Beurteilung ratifiziert und umgesetzt wird sowie Importe von Fleisch und anderen Produkten wie Geflügel, Honig usw. aus den Mercosur-Staaten vermehrt kontrolliert und im Anlassfall die Importe rigoros gestoppt werden.
- In einem weiteren Antrag der Freiheitlichen wird eine lückenlose, umfassende und klare Herkunftskennzeichnung inklusive scharfer und ausreichender Kontrollen bei importierten Lebensmitteln und verarbeiteten Produkten gefordert. Ziel sei es, Missbrauch und Betrug zu verhindern.
Fraktionen brachten diesmal sehr viele Anträge ein
- Anträge des Salzburger Bauernbund:
- Aufnahme und Integrierung neuer Technologien wie Künstlicher Intelligenz (KI) in den Unterricht in landwirtschaftlichen Schulen
- Förderung von Stromspeichern auch bei bestehenden PV-Anlagen, unabhängig vom Zubau zusätzlicher PV-Module
- Ausweitung des Modells der pauschalen Betriebshilfe auch auf Reha-Aufenthalte und Heilverfahren
- Sicherstellung der land- und forstwirtschaftlichen Betriebshelferdienste im Rahmen der Zivildienstreform
- Einführung des Mutterschutzes und einer Hebammenbetreuung nach einem Schwangerschaftsverlust
- Langfristige Absicherung der Rösslmärkte in Abtenau und Mauterndorf durch Anpassung der Landtierverbringungsverordnung
- Anträge des Unabhängigen Bauernverbandes:
- Hilfsprogramm für Almbauern bei der Entlohnung von Almpersonal, damit keine Nachzahlungen drohen
- Stopp bzw. Aufschub der offenen Ablöseverfahren, bis das novellierte Salzburger Einforstungsrechtegesetz in Kraft tritt
- Der ungerechtfertigte Abschlag für Tannenholz soll gestrichen werden
- Keine Kürzung des Milchbringungsgeldes durch das Land, weil dies den entlegenen Lieferanten schaden würde
- Die LK soll drei konkrete Vorschläge für die Verwaltungsvereinfachung erarbeiten und an die zuständigen Stellen im Bund weiterleiten
- Die LK möge sich für strengere Kontrollen von verbotenen Rückständen in Lebensmitteln aus Drittstaaten einsetzen
- Die Landwirtschaftskammer möge sich für eine Senkung der Energiekosten einsetzen
- Tierärzte sollen nur dort eingesetzt werden, wo sie auch tatsächlich gebraucht werden
- Anträge der Freiheitlichen Bauernschaft:
- Praxisnahe Überarbeitung der Nachweispflichten im Zusammenhang mit der AMA-Fotos-App und die Aussetzung der damit verbundenen Sanktionen und Strafzahlungen
Sparbudget auf dem Weg
Die Umsetzung des Sparprogrammes in der LK Salzburg verlangt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern viel ab. In einigen Wochen wird der Jahresabschluss 2025 zeigen, wie hoch der tatsächliche Einsparungsbedarf sein wird, berichtete Kammeramtsdirektor Mag. Franz Wieser der Vollversammlung.
Die Beratungsleistungen der LK sind jedenfalls stärker denn je gefragt. In aktuellen Umfragen bekommt die LK Salzburg von den Mitgliedern hervorragende Noten ausgestellt. Die Zahl der Betriebskontakte stieg zuletzt weiter an, es gibt viele kurzfristige Anfragen, bei denen sich die Bäuerinnen und Bauern schnelle Antworten erwarten. Mit dem Sparbudget wird sich auch die Frage stellen, welche Dienstleistungen die Kammer künftig noch anbieten kann und welche nicht.
Im internen Erneuerungsprozess der LK erhält das Thema „Führung“ hohe Priorität. „Es gibt wieder transparente Entscheidungswege und einen wertschätzenden Umgang miteinander. Entscheidungswege und Prozesse werden definiert, im zweiten Halbjahr wird es erstmals ein schriftliches Organisationshandbuch geben“, so Wieser. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen bereits bei der Einstellung über die Möglichkeiten in ihrer Laufbahn informiert werden. „Die Einstufungslogiken etwa beim Einkommen müssen transparent und für alle gleich sein. Wir haben hier einiges zu reparieren.“
Eine sehr gute Auslastung verzeichnet heuer der Heffterhof. Es wurden neue Kundengruppen erschlossen, mehrere Investitionen können aus dem laufenden Haushalt getätigt werden.