EU-Importstopp für brasilianisches Fleisch
Seit 3. September gilt ein Importstopp von Rind- und Geflügelfleisch sowie Honig aus Brasilien. Das südamerikanische Land konnte bisher keine ausreichenden Garantien dafür vorlegen, dass die europäischen Vorgaben beim Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung eingehalten werden. Die EU verbietet den Einsatz von Antibiotika zur Wachstumsförderung. Auch Wirkstoffe, die der Behandlung von Menschen vorbehalten sind, dürfen bei Tieren nicht eingesetzt werden. Drittstaaten müssen über verlässliche Rückverfolgbarkeitssysteme nachweisen, dass diese Vorgaben über die gesamte Produktionskette eingehalten werden. Fehlen diese, wird der Marktzugang ausgesetzt. Werden die Nachweise später erbracht, können die Exporte wieder aufgenommen werden. „Freihandel braucht klare und faire Regeln für alle.
LK-Präsident Rupert Quehenberger
Die EU hat mit vergangenen Donnerstag den vorübergehenden Importstopp von Fleisch und Honig aus Brasilien verabschiedet. Was bedeutet das für die heimische Landwirtschaft?
Wer auf unseren Markt liefert, muss unsere Standards nachweislich einhalten. Unsere heimischen bäuerlichen Familienbetriebe produzieren unter strengen europäischen Vorgaben und umfassenden Kontrollen, es wäre nicht fair, unsere Landwirtschaft mit Produkten konkurrieren zu lassen, bei denen nicht ausreichend nachvollziehbar ist, ob dieselben Regeln eingehalten werden. Auf unseren Markt dürfen nur Lebensmittel gelangen, bei denen nachweislich sichergestellt ist, dass sie unter den gleichen hohen Standards produziert wurden, die auch für unsere Bäuerinnen und Bauern gelten.
Wird sich dieser Stopp auch auf den Märkten auswirken?
Wenn unsere Landwirte aufgrund der Dürre mit fehlenden Futtermitteln und großen Herausforderungen kämpfen, dürfen wir sie nicht zusätzlich durch Importe unter Druck setzen, deren Produktionsstandards nicht ausreichend nachweisbar sind. Der Importstopp ist daher ein wichtiges Zeichen der Unterstützung und des Schutzes unserer heimischen Märkte und zeigt, dass der Schutzschirm für unsere Landwirtschaft funktioniert.
Unsere Bauernfamilien dürfen nicht durch Produkte unter Druck gesetzt werden, deren Produktionsbedingungen nicht nachvollziehbar sind. Wer Zugang zum europäischen Markt will, muss unsere Standards nachweislich einhalten. Von dieser Linie werden wir keinen Millimeter abrücken“, so Bauernbund-Präsident Strasser.