Erzbischof war ein Gegner christlichen Pomps
Volksbelustigende Spiele zu Fronleichnam
Bis vor gut zwei Jahrhunderten gab es zu Fronleichnam auch lustige Umzüge und am Nachmittag allerhand volksbelustigende Spiele, die zur Gaudi der Gläubigen beitrugen. Selbst bei den Prozessionen überbot man sich in der szenischen Darstellung von heiligen, aber auch profanen Szenen, durchschritt aufgestellte Triumphbögen und streute Blumen.
In der Stadt Laufen zeigten die Schiffer szenisch ihre Berufsrisiken. „Banditenfangen“ nannte man dieses Gaudium, das man heute als „Piratenschlacht“ im August kennt.
In der Stadt Laufen zeigten die Schiffer szenisch ihre Berufsrisiken. „Banditenfangen“ nannte man dieses Gaudium, das man heute als „Piratenschlacht“ im August kennt.
Ausufernde Prozessionen
Die Fronleichnamsprozessionen uferten in der Folge derart aus, dass in den Städten jeder Stand seine eigene Fronleichnamsprozession durchführte. So ist überliefert, dass die Bruderschaft in Salzburg-Mülln 1614 am Dienstag nach Fronleichnam mit ihrer eigenen Fronleichnamsprozession aufwartete. Eingebaut waren „lebendige Bilder“, biblische Szenen darstellend. Teilgenommen haben, so die Überlieferung, aus der damals inkorporierten Pfarre Salzburghofen (dem heutigen Freilassing) „feiertäglich herausgeputzte Bauernmägdlein mit Kränzen auf ihren Häuptern“.
Die martialisch theatralen Darstellungen wurden auch an anderen Beispielen christlicher Stationen, wie in der Karwoche, inszeniert. Ausgeprägtes Feiern oder sonstige Exzesse wie „Wetterläuten“, „Christkindlanschießen“, ausgiebige Wallfahrten und Prozessionen, die überdimensionalen „Heiligen Gräber“ in ihrer Farbenpracht und die Nachmittagsgaudien am Fronleichnamstag ließ der katholische Landesherr Fürsterzbischof Colloredo, ein emsiger Aufklärer, in den 1770er- und 80er-Jahren verbieten.
Die martialisch theatralen Darstellungen wurden auch an anderen Beispielen christlicher Stationen, wie in der Karwoche, inszeniert. Ausgeprägtes Feiern oder sonstige Exzesse wie „Wetterläuten“, „Christkindlanschießen“, ausgiebige Wallfahrten und Prozessionen, die überdimensionalen „Heiligen Gräber“ in ihrer Farbenpracht und die Nachmittagsgaudien am Fronleichnamstag ließ der katholische Landesherr Fürsterzbischof Colloredo, ein emsiger Aufklärer, in den 1770er- und 80er-Jahren verbieten.
Erzbischöfliches Verbot ignoriert
Michael Gundringer, der bedeutendste Heimatdichter und Schriftsteller von Laufen und Oberndorf, berichtet hingegen, dass das Verbot offenbar in der Salzachstadt nicht angekommen ist. Im Gegenteil: Er beschrieb diesen Teil des Festes sehr illustriert. Gundringer wurde am 28. Juli 1876 geboren und beruft sich in seinen Schilderungen stets auf die Aussagen seines Großvaters Franz Berger, geboren 1816, der seinerseits vieles überlieferte. In markigen Worten beschreibt Gundringer die Piratenschlacht in Versform:
„Die Schützen sind am rechten Orte. Den Osen Sepp treiben sie zu Paaren, der sie so lange hielt zum Narren. Der Osen Sepp wird gefangen. Hurrah! Wie leicht wird jetzt das Leben. Am nächsten Baum wird er gehangen.“
Der Osen Sepp ist ein abtrünniger Bauernsohn des damals wohl größten Bauern der Gegend, des Osinger im Norden von Laufen.
Dass Colloredo die Laufener Schiffer nicht bestrafen ließ, mag wohl daran gelegen haben, dass er den Reichtum des Landes dem Salzhandel verdankte und gerade Colloredo als wirtschaftlich vorbildlicher Landesherr die Südpfanne Hallein modernisieren ließ.
„Die Schützen sind am rechten Orte. Den Osen Sepp treiben sie zu Paaren, der sie so lange hielt zum Narren. Der Osen Sepp wird gefangen. Hurrah! Wie leicht wird jetzt das Leben. Am nächsten Baum wird er gehangen.“
Der Osen Sepp ist ein abtrünniger Bauernsohn des damals wohl größten Bauern der Gegend, des Osinger im Norden von Laufen.
Dass Colloredo die Laufener Schiffer nicht bestrafen ließ, mag wohl daran gelegen haben, dass er den Reichtum des Landes dem Salzhandel verdankte und gerade Colloredo als wirtschaftlich vorbildlicher Landesherr die Südpfanne Hallein modernisieren ließ.
Einmaliger Brauch in Piding erhalten
Andernorts, in Piding, treibt man es auch heute noch einfacher: Zwei Buben als Jesus und Josef führen das „Lamm Gottes“ zu Fronleichnam. Dieser Brauch hat sich einmalig in Piding erhalten.