Erste „Saane“ bei Qualität, Leistung und Management: Ziegenhof Ebnater in Mondsee
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Am Mondseeberg auf einer Seehöhe von etwa 830 Metern befindet sich der Ziegenhof Ebnater von Familie Handl. Mit der Betriebsübernahme im Jahr 2016 haben sich Johann und Bianca für die Haltung und die Zucht von Milchziegen entschieden. Noch im selben Jahr wurde das bestehende Stallgebäude um einen Stall für die Ziegen sowie für deren Nachzucht ergänzt. Im ehemaligen Milchviehstall richtete sich die Familie die Käserei, einen 24er-Melkstand mit Kaskaden-System und einen Platz für die Ziegenböcke ein. Bis zum Jahr 2019 wurden in diesem Gebäude auch noch zwölf Kühe gemolken, bevor mit der Erweiterung der Käserei der Fokus fortan nur noch auf den Milchziegen lag. Die Errichtung einer Heubelüftungsanlage mit Entfeuchter machte den Umbau komplett. Diese sichert dem Betrieb eine gute Heuqualität und daraus resultierend eine gewisse Milchleistung.
Durchmelken bei Ziegen möglich
Gemolken wird das ganze Jahr über, wobei eine Ziege jeweils über einen Zeitraum von drei Jahren laktierend ist und erst danach wieder belegt wird. Eine strenge Selektion der Zuchttiere ist dem Betriebsführer besonders wichtig. Dabei setzt er neben einer entsprechenden Milchleistung sowohl auf die Inhaltsstoffe als auch auf einen guten Mutterstamm. Zudem holt er sich dem Zuchtziel entsprechende Böcke von der Versteigerung. Entscheidend bei der Selektion sind überwiegend die Daten des LKV, für die Überprüfung der Abstammung und der Verwandtschaft ist das SZ-Online hilfreich. Von den besten Ziegen werden die weiblichen Kitze wieder für den eigenen Bestand aufgezogen (ca. 30 bis 40 pro Jahr) und vereinzelt auch Kitzböcke für den weiteren Zuchteinsatz. Die restliche weibliche Nachzucht geht in den Zuchttierverkauf. Etwa 30 Kitzböcke werden am Betrieb bis zu einem Gewicht von etwa 20 kg gemästet.
Leistungsgerechte Fütterung
Zusätzlich zum Heu wird den Ziegen Kraftfutter am Futtertisch sowie auch im Melkstand angeboten, wobei Letzteres bereits eine Grundmineralisierung beinhaltet. Zusätzlich steht den Ziegen Mineralfutter in Kübeln zur Verfügung. „Was der Mutter an Nährstoffen fehlt, ist bei den Kitzen später schwer aufzuholen. Das gilt vor allem bei Selen“, so Johann.
Die konventionelle Heumilch der 190 Saanenziegen wird zum Teil an die Erlebnissennerei Zillertal geliefert, der Rest wird direktvermarktet. Schon vor dem Stallbau hat die Familie mit der Milchverarbeitung begonnen. Seit Oktober 2017 verkauft sie auf dem wöchentlichen Bauernmarkt in Mondsee. Heute beliefert sie zusätzlich 15 Gastronomiebetriebe und etwa 40 Einzelhandelsgeschäfte. Für seinen Kräuterfrischkäse wurde der Ziegenhof Ebnater im vergangenen Jahr mit dem „Kasermandl“ ausgezeichnet. Für 16 eingeschickte Sorten gab es 14-mal Gold und zweimal Silber.