Ein Stück Käse fürs Gehirn: Demenzrisiko sinkt bei Käseessern
Da es bislang keine heilende Therapie für Demenzerkrankungen gibt, rücken beeinflussbare Faktoren wie die Ernährung zunehmend in den Fokus der Forschung. Während die mediterrane Ernährung als besonders günstig für die kognitive Gesundheit gilt, ist die Rolle einzelner Lebensmittel – etwa von Milchprodukten – bislang nicht eindeutig geklärt.
Eine bevölkerungsbasierte Kohortenstudie aus Japan ging nun der Frage nach, ob gelegentlicher Käsekonsum mit einem geringeren Demenzrisiko im Alter verbunden ist. Analysiert wurden Daten von 7.914 Personen ab 65 Jahren aus der Japan Gerontological Evaluation Study (2019–2022). Eingeschlossen wurden ausschließlich Menschen ohne vorherige Pflegebedürftigkeit. Zu Studienbeginn wurden die Teilnehmenden anhand ihres selbst berichteten Käsekonsums in zwei gleich große Gruppen eingeteilt: Nie-Konsumenten (seltener als einmal pro Woche) und gelegentliche Konsumenten (mindestens einmal pro Woche). Das Auftreten einer Demenz wurde über einen Zeitraum von drei Jahren anhand von Daten der japanischen Langzeitpflegeversicherung erfasst. In der Gruppe der Käseesser gaben rund 72 % an, ein- bis zweimal pro Woche Käse zu konsumieren. Kleinere Anteile aßen drei- bis viermal oder noch häufiger Käse. Am häufigsten wurde verarbeiteter Käse wie Schmelzkäse verzehrt, gefolgt von Weißschimmelkäse und anderen Sorten.
Geringeres Risiko bei Käseesser
Während der dreijährigen Nachbeobachtung entwickelten 134 Personen der Käse-Gruppe (3,4 %)
und 176 Personen der Nie-Käse-Gruppe (4,5 %) eine Demenz. Die absolute Risikodifferenz lag bei 1,06 Prozentpunkten. Statistisch war gelegentlicher Käsekonsum mit einem um 24 % geringeren Demenzrisiko assoziiert. Die Autoren betonen, dass die absolute Risikoreduktion gering war und die Ergebnisse lediglich eine Assoziation zeigen. Ein ursächlicher Zusammenhang kann aus der Studie nicht abgeleitet werden. Denkbar ist, dass Käseesser insgesamt einen gesünderen Lebensstil pflegen oder sozial besser eingebunden sind – Faktoren, die ebenfalls das Demenzrisiko beeinflussen können.
Dennoch passen die Befunde zu früheren Beobachtungen, wonach Milchprodukte möglicherweise positive Effekte auf die kognitive Gesundheit haben. Ob Käse tatsächlich einen schützenden Beitrag leisten kann, müssen weitere Studien klären.