Drei Betriebszweige mit viel Herzblut und Unternehmergeist: Oberbichlhof in St. Johann
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Am Oberbichlhof in St. Johann im Pongau haben es Kat-rin und Johann Höllwart geschafft, den eigenen Malereibetrieb, die Vermietung und die Landwirtschaft für sie perfekt zu vereinen. „Oberbichlhof – Appartements und Bauernhofurlaub mit Herz“, so lautet der Slogan für ihre Vermietung am Hof. Diese war früher mit der Zimmervermietung schon lange im Betriebskonzept verankert. Mit der Übernahme des Betriebes im Jahr 2015 wollte sich die junge Generation mit dem Ausbau auf drei Appartements und einem klaren Ziel verwirklichen. „Das Wohlfühlen der Gäste hat für mich oberste Priorität“, erzählt Katrin begeistert von ihrem Lebensprojekt. „Unsere Gäste wollen Urlaub am Bauernhof, die Natur und dennoch ein wenig Luxus. Genau diese Kombination möchten wir ihnen bieten und damit heben wir uns ein wenig ab.“ Die Ferienwohnungen bieten insgesamt Platz für 13 Personen und sind das ganze Jahr über ausgebucht. Die Hauptzielgruppe sind dabei vor allem Familien mit Kindern. „Die Nachfrage wäre so hoch, dass wir das Doppelte vermieten könnten. Als Grundbesitzer wird man jedoch eingeschränkt, etwa bei Tiny Houses als Erweiterung der Vermietung.“
Aufzucht von Kalbinnen
Gemeinsam mit seinem Bruder führt Johann als selbstständiger Malermeister die Höllwart Meisterbetriebe GmbH und leitet dabei den Bereich Malerei und Sandstrahlen. Aus diesem Grund musste ein Betriebszweig gewählt werden, der sich gut mit dem Unternehmen vereinbaren lässt und gleichzeitig zur Belebung der Landwirtschaft beiträgt. Nach abgeschlossener Ausbildung zum Landwirtschaftsmeister bestätigte sich, dass die Kalbinnenaufzucht die passende Betriebsform ist, und ergab somit für die Familie Höllwart einen logischen Entwicklungsschritt. Für zwei Fleckvieh- und einen Pinzgauer-Zuchtbetrieb in der Nähe werden die Kalbinnen bis zu einem Alter von etwa zwei Jahren auf dem Biobetrieb aufgezogen und auch bereits belegt. Den Sommer über verbringen die Jungrinder auf der Alm.
Stallumbau
Der alte Stall, in dem bis zur Übergabe noch gemolken wurde, wurde ausgehöhlt und mit Liegeboxen und Spaltenboden ausgestattet. Ebenso wurde noch ein weiterer Stallbereich ergänzt, unterhalb ein Güllekeller und über dem gesamten Stall ein Heulager und eine Belüftung mit Dachabsaugung errichtet. „Die Grundidee war, die Landwirtschaft neben unseren anderen beiden Standbeinen zu erhalten, das allerdings mit weniger Aufwand“, erklärt der Betriebsführer. So war es für ihn auch naheliegend, maschinell, z. B. bei der Heuernte oder bei der Düngung, großteils auf das Lohnunternehmen Dengg in St. Johann sowie den Maschinenring zu setzen.
Der Betrieb ist auch bei einer Gülle-Seperatorgemeinschaft dabei, wo heuer bereits den vierten Sommer der Feststoff von der Gülle getrennt ausgebracht wird.
Robuste Zwerg-Zebus
Perfekt für die Nachbeweidung und das steile Gelände geeignet, werden auf dem Oberbichlhof außerdem zehn Zwergzebus gehalten. Diese sind sehr temperaturresistent und werden das ganze Jahr über draußen mit einem Unterstand gehalten. Die Zebus bleiben für zwei Jahre am Betrieb, das Fleisch wird anschließend direktvermarktet.
Für Katrin und Johann ergänzen sich die drei Betriebszweige perfekt: „Wir wollen auch unseren Kindern zeigen, dass man einen landwirtschaftlichen Betrieb mit Leidenschaft und Weitblick zukunftsorientiert gestalten kann.“ Trotz der vielen Arbeiten, die täglich anstehen, ist es ihnen wichtig, dass dennoch Zeit für die Familie und für sie selbst bleibt – etwa für Johanns Leidenschaft zur Jagd oder für Katrins Sport und Liebe zur Natur. „Wenn ein landwirtschaftlicher Betrieb in Zukunft weitergeführt werden soll, ist es wichtig, den Kindern verschiedene Wege aufzuzeigen.“ Zudem sind die beiden dankbar für die Unterstützung ihrer Eltern beiderseits.
Betriebsspiegel
Familie: Johann Höllwart (40), Betriebsführer, selbstständ. Malermeister, Landwirtschaftsmeister; Katrin Höllwart (37), gel. Köchin, ehem. Bankangestellte, Angestellte im eigenen Malereibetrieb; Johanna (8); Jakob (5); Altbauersleute Rupert (70) und Nothburga Höllwart (62)
Betrieb: Bio-Kalbinnenaufzucht, Vermietung und „Höllwart Meisterbetriebe GmbH Malerei und Sandstrahlen“;
Flächen: 19 ha Grünland (davon 5 ha Hutweide), 12 ha Wald;
Vieh: 40 Kalbinnen der Rassen Pinzgauer und Flecken in vier Altersgruppen, 10 Zwerg-Zebu-Rinder, 2 amerikanische Miniaturpferde, 2 Minischweine, 12 Hühner mit Hahn, 40 Wildmasthühner im Sommer,
5 Kamerunschafe, 1 Ziege, Hund „Aika“, 5 Hasen