Die Netzkosten im Griff: Was landwirtschaftliche Betriebe jetzt tun können
Die Stromkosten setzen sich aus den Energie- und Netzkosten zusammen. Um das Stromsystem zukunftsfit, möglichst kostengünstig und fairer zu machen, sollen die Netzkosten zukünftig verstärkt die benötigte Leistung und nicht nur den Stromverbrauch berücksichtigen. Hintergrund sind die Anpassungen im Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) und die Weiterentwicklung der Netztarife. Ziel ist es, hohe Belastungen des Stromnetzes und damit den notwendigen Netzausbau zu reduzieren. Für Betriebe bedeutet das: Nicht nur wie viel Strom verbraucht wird, sondern wann und wie gleichzeitig Strom genutzt oder eingespeist wird, gewinnt an Bedeutung.
Landesrat, Maximilian Aigner:
In landwirtschaftlichen Betrieben treten Leistungsspitzen typischerweise auf durch:
- gleichzeitigen Betrieb mehrerer stromintensiver Anlagen (z. B. Melken, Kühlung, Lüftung)
- elektrische Warmwasserbereitung oder Heizung
- Verarbeitungsschritte am Betrieb
- Photovoltaikanlagen mit großen Leistungen
Diese Spitzen werden künftig stärker in die Netzkosten einfließen.
LK-Präsident, Rupert Quehenberger:
"Mit einfachen Maßnahmen im Energiemanagement können Betriebe ihre Kosten aktiv beeinflussen. Wichtig ist, die eigenen Lastspitzen zu kennen und gezielt zu reduzieren."
Was können nun Betriebe konkret tun?
Viele Maßnahmen sind einfach umsetzbar und oft ohne große Investitionen möglich:
- Verbrauch zeitlich staffeln: Geräte nicht gleichzeitig starten
- PV-Strom besser selbst nutzen: z. B. Kühlung oder Warmwasser gezielt bei Sonnenertrag betreiben
- Lastspitzen vermeiden: große Verbraucher nacheinander betreiben
- Einfache Steuerungen einsetzen: Zeitschaltuhren oder Energiemanagementsysteme
- Stromspeicher gezielt einsetzen: Überschüsse aus PV speichern, statt einzuspeisen
- Lastspitzen im Betrieb abpuffern und damit die maximale Leistungsaufnahme reduzieren
Ziel ist es, die maximale Leistungsaufnahme bzw. Einspeisung zu reduzieren und gleichmäßiger zu verteilen.
Um die Betriebe dabei zu unterstützen, bietet die Energieberatung Salzburg als Kooperation des Landes mit der Salzburg AG in Abstimmung mit der Landwirtschaftskammer Salzburg mit einer kostenfreien Energieberatung konkrete Unterstützung zur Reduktion der Stromkosten an.
Im Mittelpunkt stehen die Analyse des Stromverbrauchs und der Lastspitzen, konkrete Vorschläge zur Verbesserung im Betriebsalltag und eine Einschätzung von PV-Nutzung und Speicherlösungen.
Jetzt informieren!
Interessierte Betriebe können sich zur kostenfreien Beratung anmelden unter Tel. 0662/8042-3151 und per E-Mail: energieberatung@salzburg.gv.at
Links zum Thema
- Die Landwirtschaftskammer Salzburg hat mit der Salzburg AG eine Rahmenvereinbarung abgeschlossen. Im „Pool Landwirtschaft“ erhalten Bäuerinnen und Bauern aus Salzburg günstigere Konditionen für Produkte der Salzburg AG. Mit Anfang Februar 2026 wurden der Arbeitstarif bei Strom angepasst. Poolmitglieder profitieren automatisch vom verbesserten Rabattsatz.