Das war der heißeste Sommer der Messgeschichte
Der 5. August 2026 schlug ein neues Kapitel in der österreichischen Messgeschichte auf: Erstmals wurde die 41-Grad-Marke übertroffen. Rund um diesen Höchstwert, aufgezeichnet von der GeoSphere-Austria-Messstation bei Bad Deutsch-Altenburg (NÖ), schart sich eine Vielzahl an neuen Rekorden. Die gemittelte Lufttemperatur lag um 2,6 Grad über dem Klimamittel 1991 bis 2020 und gar um 4,4 Grad über dem Klimamittel 1961 bis 1990. Abseits der Statistiken bleibt ein viel zu heißer und vor allem viel zu trockener Sommer 2026 in Erinnerung, der nicht nur für Menschen, sondern auch für Umwelt und Natur eine enorme Belastung darstellte.
Flächendeckende Hitze bereits im Juni
„Um die Temperaturverhältnisse des Sommers 2026 in die Klimatologie Österreichs einzuordnen, ist es mittlerweile schwer geworden, die richtigen Adjektive zu finden. Außergewöhnlich, extrem oder nie dagewesen waren sowohl die Maxima der Tageshöchst- und Tagestiefstwerte, die Länge der Hitzewellen, die Folge an Hitzetagen, die Anzahl an Hitzetagen, an sehr heißen Tagen und an Tropennächten sowie die geringe Anzahl an Frosttagen im Hochgebirge“, bilanziert Klimatologe Alexander Orlik von der GeoSphere Austria. Erstmals wurde in einem Juni-Monat die 40-Grad-Marke erreicht.
Rekorde an fast 100 Messstationen
Die 40-Grad-Marke blieb erstmals kein Einzelereignis. An zehn Messstationen der GeoSphere Austria wurden an insgesamt sechs Tagen Höchstwerte von 40 Grad und darüber registriert. Unter 500 Metern Seehöhe gab es im Österreichschnitt mit 42 Hitzetagen ein Plus zum Klimamittel um 170 Prozent. Zwischen 500 und 1.000 Metern waren es mit 27 Hitzetagen viermal so viel, wie in einem durchschnittlichen Sommer. An 93 Wetterstationen gab es einen neuen Rekord an sehr heißen Tagen (35 Grad und darüber). Die zehn wärmsten Sommer traten alle im 21. Jahrhundert auf (2026, 2024, 2019, 2003, 2015, 2022, 2017, 2018, 2025, 2023). Im Gebirge ist die Anzahl der Eistage (null Grad und darunter) dramatisch zurückgegangen.
Flächendeckend viel zu wenig Regen
In Österreich fiel im Sommer 2026 um ein Drittel weniger Niederschlag. Damit gehört dieser Sommer zu einem der fünf regenärmsten seit dem Messbeginn im Jahr 1858. „Was das Niederschlagsdefizit des Sommers 2026 jedoch so dramatisch macht, ist der vorangegangene Frühling, der um rund die Hälfte weniger Niederschlag brachte“, erklärt Klimatologe Alexander Orlik. „Die extreme Hitze ließ in Verbindung mit der trockenen Luft die Verdunstungsrate stark ansteigen, was wiederum zu Wassermangel in den Böden und zu niedrigen Pegelständen in den Flüssen führte. In der 169-jährigen Messgeschichte des Landes gab es in den ersten acht Monaten eines Jahres noch nie so wenig Niederschlag. Die gelegentlichen Starkregenereignisse, die im Sommer über dem Bundesgebiet niedergingen, konnten die extreme Trockenheit kaum lindern“, ergänzt Orlik.
Regional deutliche Unterschiede
Allerdings waren nicht alle Regionen Österreichs gleich von der Niederschlagsarmut betroffen. Das zeigte sich gerade auch im Bundesland Salzburg. Zwar gab es im Frühling im gesamten Bundesgebiet ein Niederschlagsdefizit – in weiten Teilen Nordtirols, vom Pinzgau bis zum Lungau sowie in Oberkärnten fielen die Defizite mit minus zehn bis minus 25 Prozent allerdings relativ gering aus. Sehr hohe Niederschlagsdefizite gab es hingegen im Norden Salzburgs sowie in weiten Teilen Oberösterreichs, in Niederösterreich und Wien. Hier lagen die Anomalien verbreitet zwischen minus 40 und minus 50 Prozent. Besonders dramatisch war die Lage im nordöstlichen Waldviertel und im nördlichen Weinviertel, da hier die Abweichungen zum Klimamittel Werte zwischen minus 66 und minus 70 Prozent aufweisen.
Der Sommer 2026 im Bundesland Salzburg
- Niederschlagsabweichung Landes-Durchschnitt: –27 %
- Temperaturabweichung Landes-Durchschnitt: +2.5 °C
- Abweichung der Sonnenscheindauer: +11 %
- Temperaturhöchstwert Salzburg/Freisaal (419 m), 31. Juli: 37.9 °C
- Temperaturtiefstwert unter 1.000 m: Radstadt, 25. Juli 3.7 °C
- höchste Sonnenscheindauer: Mattsee 832 h (+18 %)