Burg Tittmoning erinnert sich an Salzburg
Die Tittmoninger Burgtage erinnern an das mittelalterliche Leben, als die Stadt noch salzburgisch war. Besucher erfahren, wie die Menschen in früheren Zeiten gelebt haben. Dabei wird die gesamte Burganlage ein Schauplatz für buntes Markttreiben und Turniere, es gibt Demonstrationen mittelalterlicher Handwerkskunst und ein abwechslungsreiches Kinderprogramm.
Ritter schwitzten beim Schwertkampf
Wie fühlt es sich an, an einem Tag wie am vergangenen Samstag, als die Sonne unbarmherzig bei 36 Grad Celsius auf die Besucher der Historischen Burgtage in den aufgeheizten Burghof brannte? Die kämpfenden Ritter in einer gut gepolsterten, metallenen Rüstung absolvierten einen schweißtreibenden Schwertkampf. Das konnten am ehesten die zahlreichen Besucher mitfühlen. Denn auch sie schmachteten bewegungslos unter der Hitze. Diejenigen, die einen Platz unter der Burglinde ergattern oder zudem neben dem Burgbrunnen sitzen konnten, mussten sich privilegiert vorkommen.
Adelige, Geistliche, Bauern und "Vogelfreie"
Erstmals konnte sich nicht nur die mittelalterliche Drei-Kasten-Gesellschaft mit den Adeligen und katholischen Geistlichen sowie den Bauern beim Umzug präsentieren. Es nahmen auch die „Vogelfreien“ daran teil, sichtbar gemacht durch die Gruppe „Dryas“. Mit Aussätzigen, Geflohenen, Vertriebenen und Säufern, die außerhalb der Burgmauern im Ponlachgraben „logierten“. Und die taten das ohne Folgen für sie. Das wäre vor einem knappen halben Jahrtausend nicht möglich gewesen. Im Jahre 1540 plagte eine große, nahezu ganzjährige trockene und regenlose Hitzewelle Mitteleuropa. So heiß wie nunmehr.
Tittmoning 200 Jahre lang Salzburgisch
Im Deutschen Reich regierte zu dieser Zeit der Habsburger Kaiser Karl V., der bedeutendste der Habsburger. In Salzburg schwang Fürsterzbischof Matthäus Lang von Wellenburg das Zepter. Die Burg Tittmoning hatte die wohl schlimmsten Tage hinter sich, denn die Salzburger hatten zuvor die Burg zwar ausgebaut, aber für vier Jahre an die Bayern verpfänden müssen. Die Burg war gegen die Bayern errichtet worden, die in Burghausen eine noch mächtigere besaßen.
Inzwischen gehört der ganze Rupertiwinkel zu Bayern und man erinnert sich nostalgisch und mit einem Hendl aus der Grillerei im Burghof gerne an die gut 200 Jahre zurück, als Tittmoning salzburgisch war.
Inzwischen gehört der ganze Rupertiwinkel zu Bayern und man erinnert sich nostalgisch und mit einem Hendl aus der Grillerei im Burghof gerne an die gut 200 Jahre zurück, als Tittmoning salzburgisch war.