Banges Warten auf Regen
Unterstützung nötig: Betriebe müssen rasch „dürrefit“ werden
„Die vergangenen Monate zeigen deutlich, dass sich die Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft stark verändern. Es geht jetzt darum, unsere Betriebe bestmöglich auf diese Entwicklung vorzubereiten“, betonte Bauernbund- und LK-Präsident Rupert Quehenberger in einer Aussendung am Dienstag. In allen Gauen wird über massive Einbußen bei der Ernte berichtet, regional unterschiedlich belaufen sich die Ausfälle zwischen 30 und 50 Prozent. „Auch wir in Salzburg stehen in allen Bezirken vor der Situation, dass Tiere von den Weiden geholt werden, weil dort nicht mehr genug Futter zu finden ist, viele Betriebe müssen jetzt schon auf Winterfutter zurückgreifen. Die logische Konsequenz ist, dass Tiere verkauft werden müssen.“ Neben den Einbußen bei der Ernte kann mittlerweile auch die Versorgung mit Nutz- und Trinkwasser nicht mehr flächendeckend sichergestellt werden. Erste Betriebe treiben ihre Tiere von den Almen ab, weil nicht mehr genug Wasser da ist.
Aigner: Trinkwasserberatung nützen
Agrarlandesrat Maximilian Aigner verweist auf die kostenlose Trinkwasserberatung, die das Land Salzburg über den Dachverband der Salzburger Wasserversorger anbietet und die allen Einzelwasserversorgern zur Verfügung steht: „Ziel ist es, gemeinsam mögliche Maßnahmen zu beraten, damit die Versorgung auch in Einzellagen möglichst breit und sicher aufgestellt ist. Dazu gehören unter anderem die Zustandsanalyse von Wasserversorgungsanlagen, Sanierungsanalysen und Sanierungsberatung, Hilfestellungen bei der Vorbereitung von Projekten sowie Beratung bei Maßnahmen zur qualitativen und quantitativen Verbesserung der Wasserversorgung.“
Dürre wird uns auch in Zukunft beschäftigen
Trotz der angespannten Situation ist für Quehenberger und Aigner klar: „Panik ist jetzt fehl am Platz. Jede Bäuerin und jeder Bauer kennt den eigenen Betrieb und wird die notwendigen Entscheidungen treffen. Unsere Aufgabe ist es, die Betriebe dabei bestmöglich zu unterstützen und die richtigen Rahmenbedingungen für die Zukunft zu schaffen.“ Quehenberger: „Das Wichtigste ist, dass wir aus der aktuellen Situation lernen und unsere Betriebe ,dürrefit‘ machen. Denn das Phänomen Dürre hat uns bereits in der Vergangenheit beschäftigt und wird uns auch in Zukunft beschäftigen.“ Für die Betriebe sei es weiterhin wichtig, eine Versicherung abzuschließen. Denn Dürre ist ein versicherbares Risiko und die zu leistenden Zahlungen werden von Bund und Land gestützt. Für den Präsidenten der LK ist die Aufrechterhaltung dieses Zuschusses wichtig. Gleichzeitig müsse geprüft werden, ob die Errichtung eines Härtefallfonds möglich sei, um Betrieben in Ausnahmesituationen helfen zu können. „Auch bei der Investitionsförderung muss ein Schwerpunkt auf die Absicherung der Wasserversorgung gelegt werden. Investitionen, egal ob z. B. neue Quellen erschlossen werden oder Kooperationen mit anderen Betrieben für Notfälle errichtet werden, müssen gefördert werden“, so Quehenberger, der einen Schwerpunkt auch für die Trinkwasserversorgung auf Almen fordert. Gerade dort ist es oft aufgrund des Geländes, aber auch aufgrund von Auflagen im Naturschutz schwer, neue Quellen zu erschließen oder Leitungen zu legen. „Hier muss man sich bewusst entscheiden: Wollen wir die weitere Bewirtschaftung unserer Almen absichern oder nicht? Dafür brauchen wir auch am Berg eine sichere Versorgung mit Trink- und Nutzwasser.“
Mehr Flexibilität auch bei GAP-Maßnahmen
Darüber hinaus fordert Quehenberger, dass bei den neuen Verhandlungen zur GAP auf EU-Ebene eine Flexibilisierung von Maßnahmen möglich gemacht wird: „Die Natur verändert sich – sie ist nicht statisch. Darum kann man sie auch nicht in statische Gerüste zwängen. Mähzeitpunkte dürfen nicht an Stichtagen festgemacht werden, sondern müssen sich nach der Vegetation richten.“