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05.08.2026

Die anhaltende Trockenheit führt in vielen Regionen des Flachgaus zu erheblichen Ertragseinbußen im Grünland. Bei einem Lokalaugenschein in St. Georgen informierten sich LK-Präsident Rupert Quehenberger und Vertreter der Landwirtschaft über die aktuelle Situation und die Auswirkungen auf die Betriebe.

Unterstützung nötig: Betriebe müssen rasch  dürrefit  werden.jpg © Dürnberger
Die Sorge um die Winterfutterversorgung ist groß: Viele Betriebe mussten bereits Heu zukaufen, um ihre Tiere versorgen zu können. © Dürnberger
"Mein Heuboden wird heuer nicht einmal halb voll. Wie das gehen soll, weiß ich einfach noch nicht“, schildert ein Bauer aus St. Georgen die Dramatik der aktuellen Trockenheit. Bei einem Lokalaugenschein von LK-Präsident Rupert Quehenberger am Dienstag Nachmittag in der nördlichen Flachgauer Gemeinde zeigen die verzweifelten Blicke der versammelten Bäuerinnen und Bauern, dass die Lage ernst ist. Seit Jahresbeginn fehlt mehr als die Hälfte des Niederschlages von Normaljahren. Die Wiesen präsentieren sich aus der Entfernung immer noch grün. Geht man allerdings ein paar Schritte in die Bestände hinein offenbaren sich die Schäden, die der Wassermangel angerichtet hat: Kräuter und Leguminosen wie Klee sind fast vollständig verschwunden, nur ein paar widerstandsfähige Gräser rascheln beim darübergehen auf dem ausgetrockneten Boden. 
Unterstützung nötig: Betriebe müssen rasch  dürrefit  werden.jpg © Dürnberger
LK-Präsident Rupert Quehenberger machte sich gemeinsam mit betroffenen Bäuerinnen und Bauern in St. Georgen ein Bild von der angespannten Lage. © Dürnberger
„Die Lage ist für manche Betriebe existenzgefährdend. Es braucht Hilfe“, beurteilt der LK-Präsident die aktuelle Situation. So sehr es sich die Bäuerinnen und Bauern wünschen würden, Versprechungen über finanzielle Unterstützung kann er zum jetzigen Zeitpunkt nicht machen. Wie groß der Schaden ist, lässt sich noch nicht einmal abschätzen. Dass versicherte Landwirte von der Hagelversicherung Entschädigungen erhalten werden, steht fest. Egal wie hoch diese sind, den tatsächlichen Schaden werden sie nur Teil decken können. „Wir haben heuer für knapp 100.000 Euro Futter gekauft“, erzählt ein großer Heumilchbauer. „Fast die Hälfte haben wir bereits verfüttern müssen, für den Winter bleibt hier nur wenig übrig“, befürchtet er. Bleibt nur die Hoffnung, dass es in den kommenden Tagen etwas ergiebiger regnen wird. 
Unterstützung nötig: Betriebe müssen rasch  dürrefit  werden.jpg © Dürnberger
Im gesamten Flachgau zeigt sich ein ähnliches Bild: Besonders Wiesen auf leichten Böden haben unter der anhaltenden Trockenheit stark gelitten. © Dürnberger
„Ob die Wiesen noch nennenswerte Erträge liefern, wenn es regnet, ist nicht sicher“, so das Urteil von Ortsbauernobmann Franz Gangl. Er hat selbst am Betrieb in den Vorjahren viele Wiesen saniert und nachgesät – geholfen hat das heuer nichts. Der Obmann der Bezirksbauernkammer Salzburg, Michael Schmiedhuber kann bestätigen, dass es in vielen Gemeinden des Flachgaues derzeit ein ähnliches Bild gibt. „Vor allem Wiesen auf leichten Böden haben heuer extrem gelitten und zum Teil nicht einmal die Hälfte des Ertrages aus Normaljahren geliefert. Wir können nur hoffen, dass es nun regnet und diese Flächen schnell auch wieder grün werden.“
Unterstützung nötig: Betriebe müssen rasch  dürrefit  werden.jpg © Dürnberger
Ausgetrocknete Böden und spärlicher Pflanzenbestand: Der fehlende Niederschlag setzt den Grünlandbetrieben massiv zu. © Dürnberger

Unterstützung nötig: Betriebe müssen rasch „dürrefit“ werden

„Die vergangenen Monate zeigen deutlich, dass sich die Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft stark verändern. Es geht jetzt darum, unsere Betriebe bestmöglich auf diese Entwicklung vorzubereiten“, betonte Bauernbund- und LK-Präsident Rupert Quehenberger in einer Aussendung am Dienstag. In allen Gauen wird über massive Einbußen bei der Ernte berichtet, regional unterschiedlich belaufen sich die Ausfälle zwischen 30 und 50 Prozent. „Auch wir in Salzburg stehen in allen Bezirken vor der Situation, dass Tiere von den Weiden geholt werden, weil dort nicht mehr genug Futter zu finden ist, viele Betriebe müssen jetzt schon auf Winterfutter zurückgreifen. Die logische Konsequenz ist, dass Tiere verkauft werden müssen.“ Neben den Einbußen bei der Ernte kann mittlerweile auch die Versorgung mit Nutz- und Trinkwasser nicht mehr flächendeckend sichergestellt werden. Erste Betriebe treiben ihre Tiere von den Almen ab, weil nicht mehr genug Wasser da ist. 

Aigner: Trinkwasserberatung nützen

Agrarlandesrat Maximilian Aigner verweist auf die kostenlose Trinkwasserberatung, die das Land Salzburg über den Dachverband der Salzburger Wasserversorger anbietet und die allen Einzelwasserversorgern zur Verfügung steht: „Ziel ist es, gemeinsam mögliche Maßnahmen zu beraten, damit die Versorgung auch in Einzellagen möglichst breit und sicher aufgestellt ist. Dazu gehören unter anderem die Zustandsanalyse von Wasserversorgungsanlagen, Sanierungsanalysen und Sanierungsberatung, Hilfestellungen bei der Vorbereitung von Projekten sowie Beratung bei Maßnahmen zur qualitativen und quantitativen Verbesserung der Wasserversorgung.“ 

Unterstützung nötig: Betriebe müssen rasch  dürrefit  werden.jpg © Dürnberger
Wo sonst dichtes Futter wächst, sind Klee und Kräuter nahezu verschwunden – übrig bleiben nur wenige widerstandsfähige Gräser. © Dürnberger

Dürre wird uns auch in Zukunft beschäftigen

Trotz der angespannten Situation ist für Quehenberger und Aigner klar: „Panik ist jetzt fehl am Platz. Jede Bäuerin und jeder Bauer kennt den eigenen Betrieb und wird die notwendigen Entscheidungen treffen. Unsere Aufgabe ist es, die Betriebe dabei bestmöglich zu unterstützen und die richtigen Rahmenbedingungen für die Zukunft zu schaffen.“ Quehenberger: „Das Wichtigste ist, dass wir aus der aktuellen Situation lernen und unsere Betriebe ,dürrefit‘ machen. Denn das Phänomen Dürre hat uns bereits in der Vergangenheit beschäftigt und wird uns auch in Zukunft beschäftigen.“ Für die Betriebe sei es weiterhin wichtig, eine Versicherung abzuschließen. Denn Dürre ist ein versicherbares Risiko und die zu leistenden Zahlungen werden von Bund und Land gestützt. Für den Präsidenten der LK ist die Aufrechterhaltung dieses Zuschusses wichtig. Gleichzeitig müsse geprüft werden, ob die Errichtung eines Härtefallfonds möglich sei, um Betrieben in Ausnahmesituationen helfen zu können. „Auch bei der Investitionsförderung muss ein Schwerpunkt auf die Absicherung der Wasserversorgung gelegt werden. Investitionen, egal ob z. B. neue Quellen erschlossen werden oder Kooperationen mit anderen Betrieben für Notfälle errichtet werden, müssen gefördert werden“, so Quehenberger, der einen Schwerpunkt auch für die Trinkwasserversorgung auf Almen fordert. Gerade dort ist es oft aufgrund des Geländes, aber auch aufgrund von Auflagen im Naturschutz schwer, neue Quellen zu erschließen oder Leitungen zu legen. „Hier muss man sich bewusst entscheiden: Wollen wir die weitere Bewirtschaftung unserer Almen absichern oder nicht? Dafür brauchen wir auch am Berg eine sichere Versorgung mit Trink- und Nutzwasser.“ 

Mehr Flexibilität auch bei GAP-Maßnahmen

Darüber hinaus fordert Quehenberger, dass bei den neuen Verhandlungen zur GAP auf EU-Ebene eine Flexibilisierung von Maßnahmen möglich gemacht wird: „Die Natur verändert sich – sie ist nicht statisch. Darum kann man sie auch nicht in statische Gerüste zwängen. Mähzeitpunkte dürfen nicht an Stichtagen festgemacht werden, sondern müssen sich nach der Vegetation richten.“

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