Achterbahnfahrt bei bäuerlichen Einkommen
Im Grünen Bericht 2026 wurden die Buchführungsdaten von 1.919 freiwillig buchführenden land- und forstwirtschaftlichen Betrieben veröffentlicht. Demnach erhöhten sich die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr um 18 % auf durchschnittlich 47.102 € je Betrieb. Pro Betrieb wurden im Durchschnitt 1,36 nicht entlohnte Arbeitskräfte (nAK) eingesetzt. Die Werbung und Auswahl der Betriebe erfolgt nach einem definierten Auswahlrahmen, sodass die Ergebnisse als repräsentativ für die österreichische Landwirtschaft gelten. Neben Durchschnittswerten enthält der Bericht auch Auswertungen nach Betriebsformen, Größenklassen und Regionen.
Maßgeblich für diese positive Entwicklung waren die gestiegenen Erzeugerpreise für Rinder und Milch sowie eine Ausweitung der Produktionsmengen. Zusätzliche Ertragssteigerungen konnten im Getreidebau, in der Direktvermarktung sowie im Bereich „Urlaub am Bauernhof“ erzielt werden. Auch die Forstwirtschaft profitierte von höheren Holzpreisen und einem verstärkten Holzeinschlag. Demgegenüber führten rückläufige Preise bei Mastschweinen und Ferkeln zu Ertragseinbußen. Auf der Aufwandseite wirkten sich insbesondere höhere Kosten für Futtermittel, Düngemittel, Instandhaltung und Dienstleistungen aus.
Veredlungsbetriebe
Nach dem Rückgang im Jahr 2024 mussten die Veredlungsbetriebe auch 2025 einen Einkommensrückgang von 9,1 % hinnehmen. Dennoch erzielten sie weiterhin die höchsten Einkünfte aller Betriebsformen. Bei den spezialisierten Schweinebetrieben war der Rückgang vor allem auf die gesunkenen Schweinepreise zurückzuführen. Durchschnittlich wurden je Betrieb 613 Schweine gehalten, davon 56 Zuchtsauen. Im Gegensatz dazu konnten die spezialisierten Geflügelbetriebe ihre Einkünfte deutlich steigern. Neben einer Ausweitung der Produktion beeinflussten auch Veränderungen in der Stichprobe das Ergebnis. Diese Betriebe hielten durchschnittlich 2.200 Legehennen beziehungsweise 5.141 Masthühner und Küken.
Futterbaubetriebe
Die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft der Futterbaubetriebe lagen 2025 mit durchschnittlich 47.215 € nahezu auf dem Niveau des Gesamtdurchschnitts.
- Die spezialisierten Milchviehbetriebe erzielten mit einem Einkommensanstieg von 36,5 % ihr bisher bestes Ergebnis. Verantwortlich dafür waren vor allem höhere Milch- und Rinderpreise in Verbindung mit steigenden Milchmengen. Gleichzeitig erhöhten sich die Aufwendungen für Viehzukauf sowie für Futter- und Düngemittel. Die Betriebe hielten durchschnittlich 25,3 Milchkühe und vermarkteten jährlich rund 184.740 kg Milch. Mit 1,81 nAK wiesen sie den höchsten familiären Arbeitseinsatz aller Betriebsformen auf.
- Die spezialisierten Rinderaufzuchtbetriebe betreuten durchschnittlich 37 Rinder. Höhere Rinderpreise und steigende Erlöse aus der Direktvermarktung führten zu höheren Erträgen, während die Aufwendungen insgesamt nur geringfügig zunahmen
- Die spezialisierten Rindermastbetriebe konnten ihre Einkünfte um 38,1 % steigern. Ausschlaggebend waren höhere Erträge aus der Tierhaltung, dem Getreidebau und der Forstwirtschaft. Dem standen höhere Aufwendungen für Viehzukauf, Dienstleistungen und Abschreibungen gegenüber. Mit durchschnittlich 57 Rindern je Betrieb und 1,04 nAK wiesen sie den geringsten Arbeitskräftebesatz innerhalb der Futterbaubetriebe auf.
- Die spezialisierten Mutterkuhbetriebe erzielten trotz eines Einkommenszuwachses von 32,3 % weiterhin die niedrigsten Einkünfte aller Betriebsformen. Diese lagen um 61 % unter dem Durchschnitt aller Betriebe.
- Verbesserte Ergebnisse in der Tierhaltung, der Direktvermarktung und bei „Urlaub am Bauernhof“ wurden teilweise durch höhere Aufwendungen für Viehzukauf, Futtermittel und Energie kompensiert. Die Bestände blieben mit durchschnittlich 13,5 Mutterkühen je Betrieb weitgehend konstant.
Marktfruchtbetriebe
Die Marktfruchtbetriebe verzeichneten insgesamt einen leichten Rückgang der Einkünfte um 1,8 %. Der Gesamtertrag konnte durch höhere Erträge im Getreidebau, insbesondere aufgrund größerer Erntemengen, gesteigert werden. Im Bereich der Hackfrüchte zeigte sich jedoch eine negative Entwicklung. Verantwortlich dafür waren der Flächen- und Preisrückgang bei Zuckerrüben sowie das Überangebot an Speisekartoffeln, das die Marktpreise belastete. Der Anstieg der Aufwendungen war vor allem auf höhere Kosten für Düngemittel und Saatgut zurückzuführen. Mit durchschnittlich 51,4 ha reduzierter landwirtschaftlicher Fläche (RLF) bewirtschafteten die Marktfruchtbetriebe die größte Fläche aller Betriebsformen. Gleichzeitig wiesen sie mit 0,89 nAK den geringsten familiären Arbeitseinsatz auf.
Dauerkulturbetriebe
Die Dauerkulturbetriebe profitierten von höheren Erträgen im Wein- und Obstbau. Besonders positiv entwickelte sich der Verkauf von Trauben und Tafeläpfeln. Auf der Aufwandseite wurden vor allem höhere Kosten für Personal, Dienstleistungen und Instandhaltungen verzeichnet. Mit durchschnittlich 12,1 ha RLF verfügten die Dauerkulturbetriebe über die geringste Flächenausstattung, benötigten jedoch mit 2,06 betrieblichen Arbeitskräften (bAK) den höchsten Arbeitseinsatz. Dieser setzte sich aus 1,45 nicht entlohnten und 0,61 entlohnten Arbeitskräften zusammen.
Ausgewählte Ergebnisse der Bergbauernbetriebe
Die Einkommenssteigerungen der Bergbauernbetriebe fielen stärker aus als jene der Nichtbergbauernbetriebe. Dadurch verringerte sich der Einkommensabstand auf 7.609 €. Die ausgewerteten Bergbauernbetriebe sind überwiegend den Futterbaubetrieben zuzuordnen und werden maßgeblich von der Milch- und Forstwirtschaft geprägt. In allen Erschwernisgruppen konnten die Einkünfte im Jahr 2025 gesteigert werden. Wie bereits in den Vorjahren nahmen die Einkünfte jedoch mit zunehmender Bewirtschaftungserschwernis ab.
- Bergbauerngruppe 1: Die Erträge konnten in den Bereichen Tierhaltung, Bodennutzung und Forstwirtschaft gesteigert werden. Mit durchschnittlich 12,3 Milchkühen je Betrieb kam der Milchwirtschaft innerhalb der Bergbauerngruppen die größte Bedeutung zu. Die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft beliefen sich auf 51.755 € und lagen damit rund 10 % über dem Durchschnitt aller Betriebe. Gleichzeitig war hier der stärkste Anstieg an Investitionen in das Anlagevermögen zu verzeichnen.
- Bergbauerngruppe 2: Die Einkünfte stiegen um 26,4 %. Verantwortlich dafür waren vor allem höhere Erträge aus der Tierhaltung und Direktvermarktung bei gleichzeitig nur moderat steigenden Aufwendungen. Trotz rückläufigen Holzeinschlags konnten aufgrund höherer Holzpreise leichte Ertragssteigerungen in der Forstwirtschaft erzielt werden.
- Bergbauerngruppe 3: Mit einem Einkommensplus von 44,1 % wurde die höchste Steigerung aller Erschwernisgruppen erreicht. Die positiven Entwicklungen waren vor allem auf höhere Erträge in der Tierhaltung und Forstwirtschaft zurückzuführen. Der Holzeinschlag wurde im Vergleich zu den übrigen Gruppen am stärksten ausgeweitet. Gleichzeitig erhöhten sich die Aufwendungen insbesondere für Futtermittel und Instandhaltungen.
- Bergbauerngruppe 4: Mit einem Einkommenszuwachs von 14,2 % wurde die geringste Steigerung aller Bergbauerngruppen erzielt. Somit handelte es sich weiter um die Erschwernisgruppe mit den niedrigsten Einkünften. Für die Ertragsteigerung waren die Tierhaltung, „Urlaub am Bauernhof“ und die Forstwirtschaft maßgebend. Die Aufwendungen erhöhten sich geringfügig vor allem aufgrund höherer Energie- und Instandhaltungskosten.